Knowledge-Hub Gesundheitskompetenz

Ein Suchbegriff, alle Datenbanken

Wer zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen recherchiert, sucht in zwei Welten zugleich: in der medizinischen Literatur und in der Informatik, die anders publiziert. Dieses Portal bündelt beide an einer Stelle — kostenfrei, ohne Anmeldung und ohne Tracking.

Monitor Versorgungsforschung

Was der Hub leistet

Kaum ein Thema ist so weit über die Fächergrenzen verstreut wie dieses — und in kaum einem liegen die Quellen so weit auseinander. PubMed und Embase decken die medizinische Literatur ab, Cochrane und Epistemonikos die Evidenzsynthesen. Die Methodenarbeiten dagegen erscheinen dort gar nicht: Die Informatik veröffentlicht auf Konferenzen und als Preprint, bei IEEE, ACM, arXiv und dblp, oft Monate vor jeder Zeitschrift. Die Modelle und Datensätze selbst liegen wieder woanders — auf Hugging Face, bei PhysioNet, in FHIR-Profilverzeichnissen. Und ein großer Teil dessen, was hierzulande gilt, steht überhaupt nicht in der Wissenschaft, sondern bei gematik, BfArM, G-BA und in der KI-Verordnung der EU. Eine einzige Fragestellung sauber zu recherchieren bedeutet in der Praxis, denselben Suchbegriff ein Dutzend Mal in ein Dutzend verschiedene Suchmasken zu tippen.

Der Knowledge-Hub löst das mit einem schlichten Prinzip: ein Suchbegriff, eingegeben an einer Stelle. Mit dem Absenden stellen sich sämtliche Datenbankkacheln darauf ein; ein Klick führt direkt in die fertige Trefferliste der jeweiligen Datenbank, in einem neuen Tab, ohne erneute Eingabe.

Live-Suche, Portal, Lizenz

Nicht jede Datenbank lässt sich gleich ansteuern, und der Hub macht das sichtbar, statt es zu verschweigen:

Diese Unterscheidung erspart die Enttäuschung, hinter einer vermeintlichen Suche auf einer Bezahlschranke zu landen — und macht transparent, wo die Grenzen frei verfügbarer Recherche verlaufen. Ein Filter blendet auf Wunsch nur die frei zugänglichen Datenbanken ein.

Deutsch suchen, international finden

Internationale Datenbanken kennen keine deutschen Fachbegriffe. Wer „Elektronische Patientenakte" eingibt, findet in PubMed nichts. Der Hub übersetzt deshalb 161 Fachbegriffe automatisch: Deutschsprachige Datenbanken behalten Ihren Begriff, internationale bekommen den Ausdruck, unter dem sie tatsächlich verschlagworten.

Maßgeblich ist dabei nicht das Wörterbuch, sondern die Indexierungspraxis. „Elektronische Patientenakte" wird zu electronic health record, „Klinische Entscheidungsunterstützung" zu clinical decision support, „Erklärbarkeit" zu explainable artificial intelligence. Umgekehrt bleibt stehen, was auch im deutschen Fachdeutsch englisch ist: Machine Learning, Usability, Workflow. Die Ergebniszeile zeigt jeweils, welche Fassung verwendet wurde; ein Schalter stellt die Übersetzung ab.

Fehlt ein Begriff, sagt die Seite das offen — und bietet an, ihn der Redaktion zu melden. Das Verzeichnis wächst so mit dem, was tatsächlich gesucht wird.

Boolesche Operatoren

AND, OR und NOT funktionieren nicht überall gleich. Wir haben es einzeln nachgemessen und kennzeichnen das Ergebnis auf jeder Kachel: geprüft und wirksam, geprüft und unwirksam — oder ungeprüft, wo der Anbieter eine automatisierte Prüfung nicht zulässt. Ungeprüftes zählt dabei nie als „kann es".

Neu in PubMed: täglich kuratiert

Über die Suchfunktion hinaus liefert der Hub einen redaktionellen Mehrwert. In der rechten Spalte steht eine täglich aktualisierte Auswahl aktueller Publikationen zu digitalen Anwendungen und Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsversorgung, jeweils mit deutscher Zusammenfassung.

Die Auswahl folgt drei Kriterien. Das wichtigste ist die Übertragbarkeit auf Deutschland: Bei sonst gleicher Qualität geht die übertragbare Studie der aktuelleren vor. Hier zählen zwei Achsen zugleich. Strukturell — Länder mit ähnlichem Gesundheitssystem stehen vor denselben Umsetzungsfragen; Estland und Dänemark zeigen, was möglich ist, nicht, was hier morgen umsetzbar wäre. Regulatorisch — KI-Verordnung, Medizinprodukterecht und Gesundheitsdatenraum setzen in Europa einen eigenen Rahmen; eine US-Zulassung sagt über den Weg hierzulande wenig, über den klinischen Nutzen durchaus etwas. Jede Studie trägt deshalb eine Zeile Übertragbarkeit, die in einem Halbsatz sagt, worauf sie beruht.

Hinzu kommt der erkennbare Bezug zur Versorgung: Arbeiten, die ein Modell nur entwickeln und an vorhandenen Daten durchrechnen, gehören ausdrücklich nicht dazu — und ebensowenig solche, die maschinelles Lernen bloß als Auswertungsverfahren einer ganz anderen Fragestellung benutzen. Das dritte Kriterium ist das Vorliegen konkreter quantitativer Ergebnisse. Studien ohne belastbare Zahlen werden übersprungen. Zu jeder Studie erscheinen Autor, Journal, Publikationsdatum, eine Einordnung der Fragestellung sowie ein hervorgehobener Ergebnisblock mit den zentralen Kennzahlen. Ein Klick führt auf den Originaleintrag in PubMed.

Die Auswahl trifft eine KI aus den tagesaktuellen Neuzugängen der US-amerikanischen National Library of Medicine. Damit deutsche Arbeiten sie zuverlässig erreichen, fragt der Hub PubMed zweimal ab: einmal allgemein und einmal gezielt nach Arbeiten mit Bezug zu Deutschland und Europa — nur ein knappes Sechstel aller Neuzugänge hat einen solchen. Nichts geht verloren: Unterhalb der aktuellen Auswahl sammelt ein Archiv alle bislang vorgestellten Studien. Beides lässt sich als Word- oder Excel-Datei herunterladen.

Warum ältere Daten in einer Tagesliste stehen

Ausgewählt wird nach dem Tag, an dem PubMed eine Studie aufnimmt — nicht nach ihrem Erscheinungsdatum. Beide liegen oft Wochen auseinander: Eine im Juli erschienene Arbeit kann erst im August indexiert werden. Wo das der Fall ist, nennt die Karte beide Daten. An Wochenenden indexiert PubMed zudem kaum; dann bleibt die Auswahl näher am Freitag.

Volltext beschaffen

Recherche endet selten mit der Trefferliste, sondern mit der Bezahlschranke. Eine eigene Rubrik versammelt fünf Wege, die legal und ohne institutionellen Zugang gangbar sind:

Der Hub verweist ausschließlich auf Wege, die die Rechteinhaber selbst vorsehen.

Wer dahintersteht

Der Knowledge-Hub ist ein Angebot von Monitor Versorgungsforschung, dem unabhängigen und interdisziplinären Fachorgan für Versorgungsforschung. Herausgeber ist Prof. Dr. Reinhold Roski, die Chefredaktion liegt bei Peter Stegmaier; Verlag ist die eRelation AG – Content in Health in Bonn.

Frei von irgendwelchen Einflüssen und Einflüsterungen gleich welcher Art dafür sorgen, dass sich Versorgungsforschung zu einer Versorgungsforschungswissenschaft fortentwickelt — zum Wohle aller Patient:innen.

Das Fachorgan verbindet Versorgungsforschung, Versorgungsmanagement, Wissenschaft und Politik. Es spricht Versorgungsforscherinnen und -forscher auf wissenschaftlicher Ebene an, im redaktionellen Teil ebenso Anwender und Verantwortliche aus Kassen, Politik und Industrie. Seit 2015 erscheinen alle Artikel Open Access und damit kostenfrei. Publikationsverhalten und Ethik folgen dem Code of Conduct for Journal Editors sowie den Richtlinien des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger.

Der Knowledge-Hub führt diesen Gedanken fort: Er macht die Literatur auffindbar, statt sie zu verwalten — und stellt das Ergebnis allen zur Verfügung, die damit arbeiten. Dieses Portal ist das Schwesterangebot zum Knowledge-Hub Versorgungsforschung; beide sind gleich aufgebaut und unterscheiden sich nur im Thema.

Frei zugänglich, ohne Anmeldung, ohne Tracking

Der Hub ist kostenfrei und ohne Anmeldung nutzbar. Er setzt keine Cookies, bindet keine Analyse- oder Trackingdienste ein und erhebt keine personenbezogenen Daten. Die Seite lädt nichts von fremden Servern nach — Schriften und Logo liegen auf demselben Server wie das Portal.

Impressum und Datenschutzhinweise stehen im Fußbereich der Startseite.

Ein lebendes Angebot

Die Liste der eingebundenen Datenbanken lässt sich erweitern, ebenso die thematische Ausrichtung der täglichen Studienauswahl und das Suchglossar. Wir laden Sie ausdrücklich ein, uns fehlende Quellen, unbrauchbare Verlinkungen oder Wünsche zur Schwerpunktsetzung mitzuteilen — gern an info@m-vf.de.

Denn eine Recherchehilfe für dieses Feld ist genau so gut wie die Praxis, aus der heraus sie mitgestaltet wird.

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